Einheilzeit: Ober- und Unterkiefer im Vergleich
Nach dem Einsetzen beginnt die längste Phase der Behandlung: die Einheilung. In dieser Zeit verwächst das Implantat mit dem Kieferknochen. Fachleute nennen diesen Vorgang Osseointegration. Der Knochen bildet neue Zellen um die Implantatoberfläche und verankert sie fest. Erst wenn dieser Prozess abgeschlossen ist, kann das Implantat die Kaukräfte zuverlässig tragen.
Einheilzeit nach Kieferregion
Die Einheilzeit unterscheidet sich je nach Kieferregion deutlich. Im Unterkiefer beträgt sie in der Regel zwei bis drei Monate, im Oberkiefer vier bis sechs Monate. Der Grund liegt in der Knochenstruktur: Der Unterkieferknochen ist kompakter und dichter, was die Osseointegration beschleunigt. Der Oberkiefer hat eine porösere Knochenstruktur und grenzt an die Kieferhöhle, was eine längere Einheilphase erfordert.
Die folgende Tabelle zeigt die typischen Einheilzeiten nach Kieferregion und Ausgangslage.
Offene und geschlossene Einheilung
Ihr Zahnarzt wählt zwischen zwei Einheilverfahren. Bei der geschlossenen Einheilung liegt das Implantat vollständig unter dem Zahnfleisch. Nach der Einheilphase ist ein zweiter kleiner Eingriff nötig, die sogenannte Freilegung. Bei der offenen Einheilung ragt ein kleiner Teil des Implantats durch das Zahnfleisch, sodass die Freilegung entfällt. Welches Verfahren geeignet ist, hängt von der Knochenqualität und der Primärstabilität des Implantats ab.
Freilegung und Gingivaformer
Nach der Einheilung wird bei der geschlossenen Methode das Zahnfleisch erneut geöffnet und ein Gingivaformer eingesetzt. Dieses kleine Aufsatzteil formt das Zahnfleisch für die spätere Krone. Der Gingivaformer verbleibt etwa 14 bis 21 Tage im Mund. Erst danach nimmt der Zahnarzt den Abdruck für den endgültigen Zahnersatz. Diese Phase beeinflusst die Gesamtdauer zwar nur um wenige Wochen, ist aber für das ästhetische Ergebnis wichtig.
Quellen:
implantate.com
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Edelweiss Praxis