4. Behandlung: konservativ bis chirurgisch
Die Periimplantitis-Behandlung folgt einem Stufenplan, der sich an der S3-Leitlinie der DGZMK orientiert. Je nach Schweregrad kommen vier Therapiestufen zum Einsatz. Grundsatz: So wenig Eingriff wie nötig, so viel wie erforderlich.
Stufe 1: Nichtchirurgische Periimplantitis-Therapie
In der Frühphase genügt häufig eine konservative Behandlung. Der Zahnarzt entfernt den bakteriellen Biofilm mechanisch durch eine professionelle Implantatreinigung. Ergänzend kommen antiseptische Spülungen zum Einsatz. Moderne Verfahren wie die antimikrobielle photodynamische Therapie (aPDT) oder Laserbehandlung können die Keimbelastung zusätzlich senken. Antibiotika bei Periimplantitis setzt der Zahnarzt nur gezielt ein, wenn die Entzündung auf die lokale Therapie nicht ausreichend anspricht.
Stufe 2: Chirurgisch resektive Therapie
Reicht die konservative Behandlung nicht aus, folgt ein chirurgischer Eingriff. Der Zahnarzt klappt das Zahnfleisch auf, um die Implantatoberfläche unter Sicht zu reinigen. Bei Bedarf wird eine Implantoplastie durchgeführt: Die raue Oberfläche des freiliegenden Implantatteils wird geglättet, damit sich Bakterien dort weniger leicht ansiedeln.
Stufe 3: Chirurgisch regenerative Therapie
Hat die Periimplantitis bereits zu deutlichem Knochenabbau geführt, kommt ein Knochenaufbau (GBR) infrage. Mit Knochenersatzmaterial und Membranen versucht der Chirurg, den verlorenen Knochen wieder aufzubauen und das Implantat langfristig zu stabilisieren.
Stufe 4: Implantatentfernung
Ist der Knochenabbau so weit fortgeschritten, dass das Implantat nicht mehr gerettet werden kann, bleibt als letzte Option die Entfernung. Nach einer Heilungsphase und gegebenenfalls einem erneuten Knochenaufbau kann in vielen Fällen ein neues Implantat gesetzt werden.
Welche Stufe nötig ist, hängt vom Ausmaß der Entzündung und vom verbliebenen Knochen ab. Die chirurgische Therapie der Periimplantitis bietet bei fortgeschrittenen Fällen gute Erfolgsaussichten, wenn sie rechtzeitig erfolgt. Was die einzelnen Therapiestufen kosten und wer diese Kosten trägt, erfahren Sie im nächsten Abschnitt.
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Quellen:
S3-Leitlinie AWMF 083-023 (DGZMK/DGI)